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Blogbeitrag

Einmal Bastler, immer Bastler

22. Juni 2020

Schon als Kind hat mich Basteln fasziniert. Unterstützung fand ich bei meiner Mama, die auch eine sehr kreative Ader hat und mir immer die tollsten Faschingskostüme machte. Noch heute ist Basteln fixer Bestandteil meines Lebens und weit mehr als ein Hobby.

Upcycling ist für mich persönlich ein Tummelplatz der Fantasie, sowie der genialste Nährboden für „Aha-Erlebnisse“. Aus alten, scheinbar unbrauchbaren Teilen, wird Neues geschaffen. Oft weiß ich zu Beginn eines Projekts noch nicht, wie ich zum Endergebnis komme oder wie es genau aussehen wird. Der Bastelprozess macht mir Spaß.

Außerdem bereitet es mir enorme Freude, wenn ich beobachten kann, wie sehr unsere Trainees, Menschen mit Fluchthintergrund, die in der Bike Kitchen Favorita zu Radprofis ausgebildet werden, vom Upcycling gefesselt sind. Oft lassen sie zum ersten Mal in ihrem Leben ihrer Kreativität freien Lauf. Und ich bin dabei!

Aus alt wird neu

Ich habe von Anfang an die soziale Radwerkstatt mitgestaltet, konnte meine innovativen Ideen einbringen und viel Persönliches einhauchen. Neben der klassischen Radreparatur gibt es bei uns seit einiger Zeit auch Upcycling-Produkte. Was bei einer Radreparatur nicht als Ersatzteil gebraucht werden kann, wird verbastelt, also upgecycelt. Wir finden immer eine kreative Lösung und betreiben außerdem aktiv Abfallvermeidung und Bewusstseinsbildung, bei KollegInnen, KundInnen und den Trainees. Durch Upcycling geht die Vermittlung dieses Bewusstseins viel leichter und anschaulicher als durch Müllvermeidungsplakate oder trockene Aufklärungsarbeit. Wir bringen Umweltschutz, Nachhaltigkeit, Integration und Kreativität zusammen.

Das darf nicht weg, das verwenden wir noch

Mit den Trainees wird alles gemeinsam sortiert, was in die Bike Kitchen kommt. Wenn ein Rad kaputt ist, können wir oft Ersatzteile für andere Fahrräder daraus gewinnen. Häufig fällt beim Sortieren der Satz: „Das ist toll, das verwenden wir zum Upcyceln“. Da passiert echter kreativer Austausch, wir üben Deutsch, lernen einander besser kennen, bauen Vertrauen auf und oft entstehen dabei die besten Produktideen. So wird aus einem Radschlauch ein Gürtel, Radkränze werden an Lampen angeschraubt, Armbänder, Ohrringe und viele andere Produkte mehr entstehen.

Auf selbstgemachte Dinge bin ich stolz. Das sehen die Trainees genauso. Als Kind hätte ich nie gedacht, dass ich mal Anderen beibringe, wie Upcycling geht und wir unsere Unikate hier in der Bike Kitchen verkaufen. Umso schöner, dass ich mein kindliches Hobby heute auch beruflich ausleben kann und dabei auch noch echter sozialer Mehrwert entsteht.

Portrait Flo 2


Flo ist 39 Jahre alt, seit 2015 in der Bike Kitchen und der Kreativkopf der Upcycling-Produktion.

Über die Bike Kitchen Favorita

In der sozialen Radwerkstatt im 10. Bezirk werden Menschen mit Fluchthintergrund zu Experten ausgebildet. Angeleitet von Trainern lernen sie Räder zu reparieren, üben Deutsch, haben vom ersten Tag an KundInnenkontakt und geben in der Selbsthilfewerkstatt ihr Radwissen weiter. Seit kurzem stellen sie auch trendige Upcycling-Produkte her.

Upcycling in der Bike Kitchen Favorita in Bildern