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Aktuelles

Obdach Thalia: Ein buntes Haus, in dem Zukunft beginnt

24. Juli 2026

Ein Dach für heute, eine Perspektive für morgen: Mit Obdach Thalia hat FSW Obdach ein frauenspezifisches, gendersensibles Chancenhaus geschaffen. Das Angebot richtet sich an Frauen und TIN*-Personen ohne Obdach und orientiert sich an ihren Bedürfnissen nach Sicherheit, Unterstützung und Begleitung auf dem Weg zu einer stabilen Wohnsituation.

Ein heller Gang mit zartrosa Türstöcken und bunten Bildern führt ins Herz von Obdach Thalia: den großzügigen Wintergarten. Regenbogenfarben ziehen sich durch den Raum. Frauen sitzen bei Kaffee zusammen, plaudern und spielen mit Nala, einer drei Monate alten Katze. „Sie gehört eigentlich meiner Tochter“, erzählt Bewohnerin Lisa Z. lächelnd. „Ich passe auf sie auf – wir wohnen derzeit gemeinsam im tierfreundlichen Stockwerk.“

Eine junge grau gestreifte Katze auf einem Fenstersims. Dahinter Blumen und Pflanzen in Töpfen.

Katze Nala ist zu Besuch im Obdach Thalia und fühlt sich sichtlich wohl im hellen Wintergarten.

Neues Leben aufbauen

Lisa Z. war wohnungslos. Nach der Trennung von ihrem Partner kam sie bei einer Freundin unter – eine vermeintliche Zwischenlösung, die sich schnell als Sackgasse entpuppte: „Für Anträge, Jobsuche oder Behörden braucht man einen Meldezettel. Den hat man dort nicht.“ Im Chancenhaus Obdach Thalia fand sie nicht nur sicheren Wohnraum, sondern auch Unterstützung beim Neustart. „Je offener man ist, desto besser kann einem geholfen werden – und das Team macht es einem leicht.“

Nicole Kadlec spricht in entspannter Atmosphäre auf einer grauen Couch mit einer Bewohnerin. Im Hintergrund sind Büroeinrichtung und Pflanzen zu sehen.

Erst die Situation abklären, dann Ziele setzen und täglich gemeinsam daran arbeiten, heißt es für Team und Bewohnerinnen des Chancenhauses.

Ein sicheres Haus

„Auf Augenhöhe begegnen, Resilienz stärken und mit Hausverstand handeln sind unsere wichtigsten Leitsätze“, betont Teamleitern Nicole Kadlec. Alle 25 Mitarbeiterinnen sind weiblich gelesene Personen und geschlechtsspezifisch fortgebildet. Denn weibliche Wohnungslosigkeit unterscheidet sich: Frauen erleben sie oft verdeckt. Viele bleiben aus Angst oder finanzieller Abhängigkeit in belastenden Beziehungen oder kommen wie Lisa bei Freund:innen oder Bekannten unter, um nicht auf der Straße schlafen zu müssen – aus Angst vor Stigmatisierung und dem besonders hohen Sicherheitsrisiko im öffentlichen Raum.

Nicole Kadlec vor einem aus Bildern, Texten und Zeichnungen bestehenden Plakat zu den Werten des Chancenhauses.

Gemeinsam aus der Wohnungslosigkeit: Das Team von Obdach Thalia hat ein Plakat gestaltet, das die gemeinsame Arbeit mit den Bewohnerinnen sichtbar macht. Im Mittelpunkt stehen Resilienz, Offenheit und die Begleitung auf Augenhöhe.

Insgesamt bietet das Chancenhaus Obdach Thalia 56 Wohnplätze für Frauen und TIN*-Personen (trans Frauen, inter*, nichtbinär): 40 Einzel- und 16 Doppelplätze, mit getrennten Schlafbereichen. Jede Bewohnerin verfügt über ein eigenes Bad, eine Kochnische und Zugang zum Balkon. Der Wintergarten ist der Mittelpunkt des Hauses – Treffpunkt für gemeinsames Kochen, Malen oder Filmabende. Der Zugang zu jeder Bewohnerin ist individuell, die Unterstützung engmaschig. Die Bewohnerinnen können einige Monate lang im Obdach Thalia bleiben und haben die Möglichkeit, Perspektiven zu entwickeln – auch ohne aktuelle Förderbewilligung.

Finanzen

Spenden Sie jetzt!

Wir sichern Obdach sowie eine verlässliche Basisversorgung. Darüber hinaus ermöglichen Spenden zusätzliche Angebote – etwa Notfallpakete, zusätzliche medizinisch-pflegerische Unterstützung oder Hilfe bei akutem Bedarf in schwierigen Situationen.

Gesundheit ist die Basis

Physische und psychische Gesundheit spielt beim Neustart oft eine entscheidende Rolle. Deshalb gibt es neben sozialarbeiterischer Begleitung auch ein breites medizinisches und psychosoziales Angebot: Kooperationen mit FEM, der Suchthilfe vor Ort, einer Psychiaterin des PSD, einer Allgemeinärztin des neunerhaus sowie individuelle Betreuung durch die hauseigene Gesundheitskoordination – mit Fokus auf sozialpsychiatrischen Themen.

Gemeinschaft stärkt

Im Haus gilt ein einfaches Prinzip: aufeinander achten, die Geschichten und Verletzlichkeiten der anderen respektieren. Das schätzt auch Sladiza S., die im Wintergarten mit anderen Frauen am Tisch sitzt.

Teamleiterin Nicole Kadlec beim Beratungsgespräch mit Sladiza S. am weißen Schreibtisch in ihrem Büro. Im Hintergrund ist eine Pinnwand mit Infomaterial zu sehen.

Neben der täglichen Arbeit an einem Neustart sind soziale Kontakte und Aktivierungsangebote Teil des Weges. Das gibt Kraft für den Schritt ins selbstbestimmte Leben.

Mit Teamleiterin Nicole Kadlec spricht Sladiza über ihr Ziel: eine eigene Wohnung. Nach Scheidung und Jobverlust verlor sie ihre Wohnung. Jetzt arbeitet sie an ihrem Neustart. „Mir geht es gut“, sagt Sladiza ruhig. „Wenn ich meine Wohnung habe, lade ich als Erstes meinen Sohn ein. Dann meine Freundinnen – alte und neue, die ich hier im Obdach Thalia kennengelernt habe.“

Ein offener Jahresbericht 2025 vor einem, dessen Cover zu sehen ist  auf weißem Hintergrund.

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