Fakten zu Obdach- und Wohnungslosigkeit

Hintergründe

Obdach- und Wohnungslosigkeit

Der Verlust der eigenen vier Wände kann Jede und Jeden treffen. Denn viele verschiedene Gründe können dazu führen, dass Menschen buchstäblich auf der Straße stehen. Welche Faktoren wesentlich sind, hat der Fonds Soziales Wien 2016 in einer Befragung unter fast 2.500 Betroffenen erhoben:

  • 42% der Befragten waren arbeitslos (geworden) und konnte ihre Miete nicht mehr bezahlen
  • 32% hatten eine Trennung oder Scheidung hinter sich und mussten die gemeinsame Wohnung aufgeben
  • 26% fanden, dass sie falsch bzw. leichtsinnig mit ihrem Geld umgegangen waren
  • 23% hatten Probleme mit ihrer psychischen Gesundheit
  • 21% hatten Probleme mit ihrer physischen Gesundheit

In Wien gibt es zahlreiche Angebote, mit denen Betroffene unterstützt werden. Begrifflich unterschieden wird dabei gemäß den Definitionen der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAWO) zwischen Obdachlosigkeit und Wohnungslosigkeit:

Obdachlosigkeit

Als obdachlos bezeichnet man Menschen, die ohne Unterkunft auf der Straße oder öffentlichen Plätzen leben, sich in Verschlägen, Parks oder unter Brücken etc. aufhalten. Der Begriff erstreckt sich aber auch auf Menschen, die keinen festen Wohnsitz haben und in Wärmestuben, Notschlafstellen und vergleichbaren Einrichtungen übernachten.

Wohnungslosigkeit

Wohnungslose Menschen sind ohne eigene Wohnung, nicht aber ohne Obdach. Sie leben vorübergehend bei Freunden/Bekannten oder in Einrichtungen bzw. Wohnungen der Wohnungslosenhilfe.  Die Definition der BAWO erstreckt sich auch auf Frauen und Kinder, die kurz- bis mittelfristig in Frauenhäusern leben. Wohnungslos sind auch ImmigrantInnen und AsylwerberInnen, die in Auffangstellen, Lagern, Heimen oder Herbergen wohnen, bis ihr Aufenthaltsstatus geklärt ist. Wohnungslosigkeit und Flucht überschneiden sich in diesen Fällen.

Unterstützung für Menschen ohne Obdach

Menschen, die akut obdachlos sind, empfinden aufgrund ihrer Situation oft große Scham und tun sich oft schwer damit Unterstützung anzunehmen. Obdach unterwegs – ein Team von StraßensozialarbeiterInnen - setzt daher auf den langfristigen Aufbau von Beziehungen zu obdachlosen Menschen. So kann es gelingen, sie für andere Angebote zu erwärmen – etwa unsere Tageszentren, in denen sie sich an sieben Tagen in der Woche von der Straße zurückziehen können. Im Winter erweitern wir im Rahmen unserer Winterangebote die Kapazitäten bzw. schaffen zusätzliche Übernachtungsmöglichkeiten für obdachlose Menschen. Selbstverständlich führen wir Menschen ohne Obdach so weit wie möglich auch an die weiterführenden Angebote für Menschen ohne Wohnung heran.

Unterstützung für Menschen ohne Wohnung

Für Menschen ohne Wohnung stellen wir Wohnplätze in unseren Wohnhäusern und Wohnungen zur Verfügung. Dort unterstützen SozialarbeiterInnen bei Problemen des Alltags und der Suche nach einer eigenen Wohnung. Anspruch auf solche Wohnplätze, die vom Fonds Soziales Wien (FSW) gefördert werden, haben Menschen, die

  • in Wien wohnungs- bzw. obdachlos geworden sind,
  • in Wien vom Verlust ihrer Wohnung bedroht sind oder keinen Schlafplatz haben und
  • die österreichische Staatsbürgerschaft besitzen bzw. österreichischen StaatsbürgerInnen gleichgestellt sind

sowie

  • aufgrund ihrer besonderen Lebensverhältnisse eine Vielzahl an sozialen Schwierigkeiten haben und nicht in der Lage sind, diese aus eigener Kraft zu lösen und zu überwinden,
  • Betreuung beim Wohnen bzw. professionelle Unterstützung bei einer eigenständigen Lebens- und Haushaltsführung benötigen und
  • motiviert und bereit sind, ihre Lebenssituation zu verändern

Vergeben werden die Förderzusagen vom Beratungszentrum Wohnungslosenhilfe des FSW.

Weitere Informationen zur Förderung durch den FSW