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Fakten zu Obdach- und Wohnungslosigkeit

Hintergründe

Obdach- und Wohnungslosigkeit

Der Verlust der eigenen vier Wände kann Jede:n treffen. Der Fonds Soziales Wien hat 2020 in einer Befragung von über 1.000 Betroffenen erhoben, welche Gründe dazu führen können:

  • 40% der Befragten gaben Arbeitslosigkeit an
  • 30% fanden, dass sie falsch bzw. leichtsinnig mit ihrem Geld umgegangen waren
  • 29 % hatten eine Trennung oder Scheidung hinter sich
  • 25% hatten Probleme mit ihrer psychischen Gesundheit
  • 23% hatten Probleme mit ihrer physischen Gesundheit

Zudem wurde festgestellt, dass:

  • 85% genau die Beratung und Betreuung erhalten, die sie gerade benötigen
  • 80% einen deutlichen Anstieg ihrer Lebenssituation verzeichnen, seitdem sie Beratung und Betreuung erhalten.

Die Ergebnisse der Befragung sind für uns sehr wertvoll, um unsere Arbeit stets weiterzuentwickeln.

In Wien gibt es zahlreiche Angebote, mit denen Betroffene unterstützt werden. Begrifflich unterschieden wird dabei gemäß den Definitionen der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAWO) zwischen Obdachlosigkeit und Wohnungslosigkeit:

Obdachlosigkeit

Als obdachlos bezeichnet man Menschen, die ohne Unterkunft auf der Straße oder öffentlichen Plätzen leben, sich in Verschlägen, Parks oder unter Brücken etc. aufhalten. Der Begriff erstreckt sich aber auch auf Menschen, die keinen festen Wohnsitz haben und in Wärmestuben, Notschlafstellen und vergleichbaren Einrichtungen übernachten.

Wohnungslosigkeit

Wohnungslose Menschen sind ohne eigene Wohnung, nicht aber ohne Obdach. Sie leben vorübergehend bei Freund:innen/Bekannten oder in Einrichtungen bzw. Wohnungen der Wohnungslosenhilfe. Die Definition der BAWO erstreckt sich auch auf Frauen und Kinder, die kurz- bis mittelfristig in Frauenhäusern leben. Wohnungslos sind auch ImmigrantInnen und Asylwerber:innen, die in Auffangstellen, Lagern, Heimen oder Herbergen wohnen, bis ihr Aufenthaltsstatus geklärt ist. Wohnungslosigkeit und Flucht überschneiden sich in diesen Fällen.

Unterstützung für Menschen ohne Obdach

Menschen, die akut obdachlos sind, empfinden aufgrund ihrer Situation oft große Scham und tun sich oft schwer damit, Unterstützung anzunehmen. Obdach unterwegs – ein Team von Straßensozialarbeiter:innen - setzt daher auf den langfristigen Aufbau von Beziehungen zu obdachlosen Menschen. So kann es gelingen, sie für andere Angebote zu erwärmen – etwa unsere Tageszentren, in denen sie sich an sieben Tagen in der Woche von der Straße zurückziehen können. Im Winter erweitern wir im Rahmen unserer Winterangebote die Kapazitäten bzw. schaffen zusätzliche Übernachtungsmöglichkeiten für obdachlose Menschen. Selbstverständlich führen wir Menschen ohne Obdach so weit wie möglich auch an die weiterführenden Angebote für Menschen ohne Wohnung heran.

Unterstützung für Menschen ohne Wohnung

Für Menschen ohne Wohnung stellen wir Wohnplätze in unseren Wohnhäusern und Wohnungen zur Verfügung. Dort unterstützen Sozialarbeiter:innen bei Problemen des Alltags und der Suche nach einer eigenen Wohnung. Anspruch auf solche Wohnplätze, die vom Fonds Soziales Wien (FSW) gefördert werden, haben Menschen, die

  • in Wien wohnungs- bzw. obdachlos geworden sind,
  • in Wien vom Verlust ihrer Wohnung bedroht sind oder keinen Schlafplatz haben und
  • die österreichische Staatsbürgerschaft besitzen bzw. österreichischen Staatsbürger:innen gleichgestellt sind

sowie

  • aufgrund ihrer besonderen Lebensverhältnisse eine Vielzahl an sozialen Schwierigkeiten haben und nicht in der Lage sind, diese aus eigener Kraft zu lösen und zu überwinden,
  • Betreuung beim Wohnen bzw. professionelle Unterstützung bei einer eigenständigen Lebens- und Haushaltsführung benötigen und
  • motiviert und bereit sind, ihre Lebenssituation zu verändern

Vergeben werden die Förderzusagen vom Beratungszentrum Wohnungslosenhilfe des FSW.

Weitere Informationen zur Förderung durch den FSW

Aktuelles

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Immer offen für die Anliegen der Bewohner:innen: Lajcika Nadj unterstütz Menschen auf dem Weg in ein eigenes Zuhause im Chancenhaus Obdach Wurlitzergasse. (Bild: FSW)

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Lajcika Nadj war von Obdachlosigkeit betroffen. Diese Erfahrung nutzt er, um anderen zu helfen - als Betreuer im Chancenhaus Obdach Wurlitzergasse. weiter

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