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Projekt

Obdach aXXept kocht

10. Mai 2019

Einmal pro Monat schwingen die NutzerInnen den Kochlöffel. Heraus kommt mehr als nur ein leckeres Menü für alle.

Ein normaler Tag im Obdach aXXept, der Kontaktstelle für junge obdachlose Erwachsene: ankommen, frühstücken, Wäsche waschen, duschen, ausruhen – auch zusammen mit dem eigenen Vierbeiner. Wer Beratung möchte, bekommt diese.

Ein nicht ganz normaler Dienstag im Obdach aXXept: Dennis, ein junger Obdachloser, kommt vor den Öffnungszeiten, bespricht mit Karo, Sozialarbeiterin bei Obdach Wien, Logistik, Abläufe, Zeitpläne und mehr. Dann geht es ausgestattet mit Einkaufssackerl, -liste und –budget los. Heute ist er der Chefkoch. Die Speisen haben Dennis und Karo vorab ausgemacht, passend zu Dennis Vorlieben und zu den nötigen Zutaten. Spaghetti mit Sauce Bolognese und vegetarischer Sauce, gefolgt von Tiramisu. Dennis liebt die italienische Küche. Gewissenhaft wird der Einkauf erledigt und schon geht es los. Zusammen mit dem Obdach Wien Team wird geschnitten, angeröstet, gerührt, gewürzt, gescherzt, gelernt, abgeschmeckt und schließlich serviert. Denn Dennis kocht heute für über 30 Personen, die meisten von ihnen sind auch obdachlos und freuen sich auf diese gesunde und warme Mahlzeit. Alle loben Dennis Kochkünste und seine Wangen glühen vor Stolz.

Mehr als eine einfache Mahlzeit

Die Spaghetti an dem Tag sind viel mehr, als ein Teller Nudeln. Denn die Lebensbedingungen auf der Straße bedeuten, dass sich die jungen Obdachlosen ungesund ernähren und kaum warme Mahlzeiten zu sich nehmen. Wie denn auch? Es fehlt ihnen an Kochgelegenheiten, dem Bewusstsein für gesunde Ernährung und an finanziellen Mitteln. Das Projekt „Obdach aXXept kocht“ setzt genau hier an. Einmal pro Monat planen und kochen SozialarbeiterInnen und NutzerInnen zusammen ein Menü. So werden Spaß am Kochen, Lebensmittelkunde, gesunde Ernährung, der Umgang mit Geld und Spaß verbunden. Nebenbei werden auch noch Selbstbewusstsein, Kompetenzen und Beziehungen zwischen NutzerIn und BetreuerIn gestärkt. Und schmecken tut es sowieso. Alle Beteiligten bringen sich ein und lernen voneinander. „Der Andrang auf das Projekt wird immer größer. Viele Köche verderben den Brei stimmt bei uns ganz sicher nicht. Jeder ist willkommen und kann mitmachen“, sagt Karoline Zauner, Sozialarbeiterin und begeisterte Köchin. Dennis fragt nach seinem Kocheinsatz: „Können wir nicht öfter zusammen für alle kochen?“