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Aktuelles

Große Pandas, ein Elefantenbaby und viele leuchtende Kinderaugen

22. August 2019

Vergangenen Donnerstag stand für die kleinsten BewohnerInnen aus dem Obdach Felberstraße, einem betreuten Wohnhaus für Familien, Alleinerziehende und werdende Mütter, ein ganz besonderer Ausflug auf dem Programm: Gemeinsam mit zwei BetreuerInnen besuchten insgesamt sieben Kinder und zwei erwachsene BewohnerInnen den Tiergarten Schönbrunn.

Auf die Frage nach seinem Lieblingstier kommt die Antwort des sechsjährigen Damon wie aus der Pistole geschossen: „Der Panda! Der ist soooo groß, aber auch so langsam! Schau da ist er, ich kann ihn schon sehen!“ Da passt es doch, dass sich das Gehege der Großen Pandas direkt beim Eingang des Tiergartens befindet. Nach Verlassen der Pandaanlage drehen wir uns um und wollen soeben in Richtung Kaiserpavillon weitergehen, als Damon und sein bester Freund Leon gleich die nächsten sanften Riesen erblicken: Die Giraffen Fleur, Sofie und Obi lassen sich gerade einen Ballen aus Heu und Blättern schmecken. „Schau mal wie groß die sind!“, ist der kleine Leon regelrecht aus dem Häuschen.

Hartnäckigkeit zahlt sich aus

Eine besondere Attraktion lockt in Form des erst kürzlich geborenen afrikanischen Elefantenjungen Kibali. Also nichts wie auf zum Elefantenhaus. Sehen können wir aber leider nur die Ohrenspitzen von Kibalis Mama Numbi. Um über die vor dem Gehege drängenden Menschenmassen hinwegschauen zu können, hätte unsere kleine Gruppe größentechnisch wohl eher an die Giraffendamen Fleur und Sofie herankommen müssen. Die Kinder lassen sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen. Nach einer kurzen Stärkung mit Getränken, belegten Broten und einer kleinen Spielpause auf dem hölzernen Riesen-Waldrapp geht es direkt weiter zu den Mähnenrobben. Das so genannte „Robbenfenster“, eine gläserne Platte auf der man stehen und den Robben zusehen kann, wie sie unter einem vorbeizischen, stellt sich als definitives Highlight heraus. Nur das eineinhalb Monate alte Robbenbaby Pedro ist nirgends zu entdecken. Dass sich Ausdauer aber definitiv bezahlt macht, beweist die kleine Aylin. Als die anderen schon beinahe aufgeben wollen ist sie es, die noch am Robbenfenster bleiben will. Und siehe da, so bekommen wir den kleinen Pedro doch noch zu Gesicht!

„Was ist, wenn die Eisbären ins Wasser fallen?"

Eine weitere Stärkung später stehen die Kinder fasziniert vor dem Eisbärengehege und beobachten die mächtige Bärin Nora, wie sie vor dem ausladenden Wasserbecken gemütlich auf einem Felsen sitzt. Plötzlich platzt es besorgt aus Damon heraus: „Was ist, wenn die Eisbären ins Wasser fallen? Können die denn schwimmen?“ Er ist sichtlich beruhigt zu erfahren, dass Eisbären nicht nur ausgezeichnete Schwimmer, sondern auch exzellente Taucher sind. Die ganze Gruppe lernt auf diesem Ausflug wirklich so einiges dazu. Zum Beispiel, dass Flamingos durch ihre Nahrung ihre Farbe verändern. Je mehr sie von einer bestimmten Garnelenart fressen, desto stärker wird ihre pinke Färbung. Nur die halbwüchsigen Küken müssen erst einmal aus ihrem grauen Gefieder herauswachsen.

Wie wichtig solche Aktionen besonders für die jüngsten BewohnerInnen des Obdach Felberstraße sind, unterstreicht Betreuer Stefan Barth: „Gerade in den Sommerferien ist den Kindern oft langweilig und wir beobachten, dass sie ständig zuhause sind. Mit Ausflügen wie dem heutigen wollen wir sie ein bisschen in Schwung bringen. Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass durch solche Aktivitäten oft Freundschaften im Haus geschlossen werden, da die Kinder und Familien, obwohl sie Tür an Tür wohnen, oft wenig bis gar nichts voneinander wissen. Wir merken aber auch, dass die Eltern ab und zu durchaus froh sind, die Kinder mal für ein paar Stunden gut versorgt außer Haus zu wissen“, fügt er augenzwinkernd hinzu. Ob also nun der arktische Wolf, der stolz mit seinem Stück Fleisch in der Schnauze durch sein Gehege trottet, der Brillenbär, der in seiner Hängematte entspannt oder die frechen Ziegen im Streichelzoo – es ist für jeden Geschmack ein Tier dabei. Und was am Ende des Tages bleibt, sind reihenweise strahlende Gesichter.