Zum Inhalt springen Zur Navigation springen

Interview

Etwas zurückgeben

22. April 2020

Normalerweise arbeitet Max an Kraftwerken und ist nebenher Fußballschiedsrichter. Die Corona-Pandemie bedeutet für ihn Kurzarbeit. Zeit, die er nutzt, um sich freiwillig bei Obdach Wien zu engagieren. Warum und wie erzählt er im Interview.

Wie sieht dein Alltag derzeit aus?

Momentan bin ich in Kurzarbeit. Aufgrund der Pandemie kann ich weder zu Kraftwerken in Bolivien fliegen noch zu Fußballmatches fahren. Ich habe also mehr Zeit, als sonst. Da habe ich mich gefragt, was ich mit der zusätzlichen Zeit anfangen kann. Ich finde, unser Sozialsystem leistet gerade Großartiges und ich will der Gesellschaft etwas zurückgeben. Schon als Zivildiener mochte ich den Umgang mit den Menschen und das Gefühl, etwas Gutes zu tun. Daher engagiere ich mich jetzt regelmäßig freiwillig bei Obdach Wien.

Wie sieht dein Freiwilligeneinsatz aus?

Am frühen Abend gehe ich ins Obdach Favorita Nachtquartier für Frauen, noch bevor die obdachlosen Frauen kommen. Dann verstaue ich Lebensmittelspenden und beginne damit, eine Jause und ein warmes Abendessen für 45 Frauen zu machen. Während ich koche, kommen die Frauen im Nachtquartier an, erholen sich, duschen, etc. Manchmal plaudere ich auch mit einigen Frauen. Beim letzten Dienst war dazu wenig Zeit. Ich hatte alle Hände voll zu tun.

Da stand Italienisch auf der Speisekarte und ich habe Spaghetti Bolognese und Spaghetti Carbonara gekocht und einen Salat angerichtet. Dazu gab es auch Donuts, Smoothies, Orangensaft und Joghurt. Nach dem Schneiden, Rösten, Würzen, Kochen und dem Abendessen selbst, wasche ich dann das Kochgeschirr ab. Wenn die Küche wieder ordentlich ist und alle satt sind, ist mein Freiwilligendienst beendet.

Was gefällt dir besonders?

Das ich etwas zurückgeben kann in so einer schwierigen Zeit! Positiv überrascht haben mich auch die zahlreichen Essensspenden, die täglich von Ehrenamtlichen gebracht werden. Die MitarbeiterInnen von Obdach Wien haben mich alle sehr schnell und nett aufgenommen. Ich mache das nicht, damit sich jemand bei mir bedankt. Wenn ich den MitarbeiterInnen von Obdach Wien etwas Druck nehme, und den obdachlosen Frauen ein gutes warmes Essen kochen kann, bin ich schon mehr als zufrieden.

Wenn auch Sie freiwillig aktiv werden wollen bei Obdach Wien, finden Sie hier alle Informationen.

Maximilian



Max ist 35 Jahre alt und engagiert sich seit kurzem freiwillig bei Obdach Wien.

Weitere Beiträge zum Coronavirus und Obdach Wien

Straßensozialarbeiterin Carmen gibt Einblicke in den Arbeitsalltag während Corona. (Bild: FSW)

Ein Rucksack voll Unterstützung

Carmen von Obdach unterwegs gibt Einblicke in die Straßensozialarbeit während der Corona-Pandemie. weiter

Blog-beitrag
Nadine im Eingangsbereich des Tageszentrum Obdach Josi, das täglich geöffnet ist. (Bild: FSW)

Warm, trocken, sicher und satt

Nadine ist Sozialarbeiterin in Obdach Wiens ältestem Tageszentrum: Obdach Josi. In einem Blogbeitrag erzählt sie aus ihrem derzeitigen Arbeitsalltag. weiter

In den Obdach Wien Tageszentren wird warmes Essen ausgegeben. (Bild: FSW)

Gemeinsam die Lebensmittelversorgung sichern

Die Essensversorgung für obdach- und wohnungslose Menschen ist derzeit schwierig. Ihre Spende hilft! weiter