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5 Jahre Obdach Ester

18. September 2018

Seit fünf Jahren ist Obdach Ester für Frauen da, die alles verloren haben. Das Tageszentrum bietet ihnen ein Stück Zuhause und versucht mit ihnen einen Weg aus der verzwickten Lage zu finden. Ein Grund zu feiern und einen Blick auf die Entwicklungen der vergangenen fünf Jahre zu werfen. Denn eines steht fest: Auch wenn weibliche Obdachlosigkeit in der öffentlichen Wahrnehmung kaum existiert, erfüllt das Angebot einen bestehenden Bedarf.

Diskussion Ester (Bild: FSW)

Blick zurück und nach vorn (v.l.): Kibar Dogan (Teamleiterin Obdach Ester), Nina Brenner-Küng (Leiterin Kommunikation und Spenden Obdach Wien), Susanne Winkler (stellvertretende Geschäftsführerin FSW) sowie Frau Anna (ehemalige Besucherin Obdach Ester).

Frau Anna, ehemals akut obdachlos und regelmäßige Besucherin des Obdach Ester schilderte bei der Jubiläumsfeier eine geradezu klassische Biografie weiblicher Obdachlosigkeit: Aus Geldmangel verlor sie ihre Wohnung, ging zunächst in ein Hotel, dann auf die Straße. Lange blieb ihre Lage unbemerkt, dann war der letzte Groschen weg und der Hunger kam. Hilfe anzunehmen, fiel ihr schwer. Doch der freundliche Empfang im Obdach Ester nahm ihr die Scham. Besonders wichtig, so Frau Anna, sei ihr gewesen, dass es sich um einen reinen Frauenraum handle. Die Solidarität sei groß. Heute lebt sie dank der Unterstützung von Obdach Ester wieder in ihren eigenen vier Wänden.

Solche Geschichten wie jene von Frau Anna zeigen, so Susanne Winkler, stellvertretende Geschäftsführerin des Fonds Soziales Wien, dass der Bedarf für ein Frauentageszentrum wie dem Obdach Ester da war und nach wie vor ist. Dafür sprechen auch die Zahlen: Aufgrund der steigenden Besucherinnenfrequenz wurden die Öffnungszeiten auf sieben Tage in der Woche ausgeweitet. Im ersten Halbjahr 2018 suchten 470 Frauen im Schnitt 27 Mal das Obdach Ester auf.

Team Ester (Bild: Fonds Soziales Wien)

Mit Freude da für Frauen ohne Obdach: das Team des Obdach Ester

Noch mehr Informationen über das Tageszentrum gab es im Rahmen von Führungen und im Dialog mit den Teammitgliedern. Auch Bezirksvorsteher Markus Rumelhart nutzte die seltene Gelegenheit, sich als Mann ein Bild vom Obdach Ester zu machen.

Torte Ester (Bild: Fonds Soziales Wien)

Große Torte und warme Worte: Das Hotel Bristol zeigte bei der Besucherinnenfeier im Obdach Ester Herz für Menschen, die sich Luxus selten leisten können.

Am Vortag hatten die Besucherinnen bereits unter sich den Geburtstag ihres Tageszentrums gefeiert. Das Hotel Bristol servierte ein köstliches Mittagessen und eine luxuriöse Sachertorte – ein festlicher Genuss für die Frauen.